Re: Klassenmusizieren - Fortschritt oder fragwürdige Methode?


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Von Woltron Elke (213.229.25.135) am 18. März 2003 15:59:30:

Re: Re: Klassenmusizieren - Fortschritt oder fragwürdige Methode? von Walter Kern am 05. November 2002 15:49:20:

Meine Antwort zum Klassenmusizieren ist ein klares Ja.
Seit dem Schuljahr 1985/86 führe ich eine Klasse mit musikalischem Schwerpunkt. Mittlerweile sind wir eine Musikvolksschule mit 4 Klassen.
Schon im 1. Schuljahr beginnen alle Kinder mit
dem Flötenspiel.Es ist ein langsamer,behutsamer,aber professioneller Einstieg in das Vertrautwerden mit einem Musikinstrument.
Keine andere Möglichkeit erscheint mir geeigneter zu sein, Kindern Einsicht über Metrum, rhythmische Ostinati, Tonhöhe, Tondauer, Lautstärke,Tmpo,Aufbau und Formverläufe von Kompositionen etc. zu vermitteln.
Klassenmusizieren ist bei uns Selbstverständlichkeit, wohl wissend, dass Einzelunterricht dadurch nicht zu ersetzen ist.
Vielmehr motiviert ein sehr früher Kontakt zum Instrument viele Kinder zum Musikschulunterricht.
Wir sehen uns sozusagen als Wegbereiter.
Allen jenen Kindern, die nicht die Chance des Musikschulunterrichtes haben, geben wir die Möglichkeit mit ins Leben, einfache Melodien auf der Blockflöte nachspielen bzw. fantasieren zu können.
Durch die fortgeschrittenen Kenntnisse der Musikschüler und ihrer vielfältigen Instrumente bereichert, gelingt uns gemeinsames Musizieren, von dem niemand ausgeschlossen ist.
Aus diesem und vielen anderen Gründen: ein überzeugtes Ja zum Klassenmusizieren
Elke Woltron
VS Höflein a.d. Hohen Wand

: : In Amerika kennt man es schon lange. Und in anderen Länder mit unterversorgten Musikschulregionen wird es heftigt propagiert. Dabei gibt es unterschiedliche Erscheinungsformen. Die Spannweite reicht vom Masseneinsatz diverser Flöten und Monochord-ähnlichen Spezialinstrumenten bis zur Blasorchesterbesetzung. Hier bilden ganze Schulklassen ein Orchester und vom ersten Ton an erhält die ganze Klasse gemeinsam Instrumentalunterricht.
: : Ist das ein pädagogischer Fortschritt oder nur die Antwort auf leere Staatskassen? Haben Einzel- oder Kleingruppenunterricht ausgedient? Ist es mehr als nur eine instrumentale "Rekrutierungsmaßnahme" von Musikschulen und Instrumentenfirmen?
: : Was meinen Sie dazu?

: Danke für die Initiative und die Möglichkeit zum Gedankenaustausch.
: Mein Kommentar kann und soll nur aus der Sicht des Musikerziehers der Pflichtschule gesehen werden: Ich glaube, dass KLASSENmusizieren, wie der Name
: schon sagt, für eine KLASSE gedacht ist und daher nicht in Verbindung gebracht werden sollte mit dem Erlernen eines Instrumentes in der Kleingruppe bzw.
: im Einzelunterricht in einer Musikschule oder im Privatunterricht. Ich sehe das Klassenmusizieren als EINE, aber wichtige und berechtigte Möglichkeit für einen
: aktivitätsbezogenen, aktiven Musikunterricht in der Schule. Nicht rezeptiv sondern aktiv- das wird hier ermöglicht.
: Die Inhalte sind breit gestreut: Von der Liedbegleitung (Gitarren und Keyboard für die harmonische Begleitung, Orff- Instrumente zur klanglichen Bereicherung,
: Percussionsinstrumente zur rhythmischen Gestaltung, Melodieinstrumente für Vor-,Zwischen-und Nachspiele usw.)über kleine Arrangements zur
: Werkbetrachtung (Liedbrücke / Motive) bis hin zur Begleitung der Arbeit im Bewegungsbereich(Kinder-und Jugendtänze, freie Bewegung zur Musik). Nicht
: vergessen werden sollen aber auch die Möglichkeiten der Improvisation. Das Miteinbeziehen der KK, die außerhalb der Schule Instrumentalunterricht erhalten
: ist Motivation für alle: Motivation für KK, die noch kein Instrument erlernen, dies anzustreben, aber auch Motivation, das Erlernte vor der Klasse zu zeigen und
: neue Energien zum Weiterüben zu erhalten.
: Der Platz für eine umfangreichere Befürwortung des Klassenmusizierens fehlt hier und ist hier auch nicht angebracht, aber zusammenfassend nur ein Satz:
: Jeder Mensch, dem Beschäftigung der KK mit Musik ein Anliegen ist, muss ALLEN Formen des aktiven Musizierens zustimmen - und das inkludiert
: Einzelunterricht, Gruppenunterricht UND Klassenmusizieren.Es lebe die Vielfalt!




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