Re: Klassenmusizieren - Fortschritt oder fragwürdige Methode?


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Von Walter Kern (62.150.36.124) am 04. November 2002 15:49:20:

Re: Klassenmusizieren - Fortschritt oder fragwürdige Methode? von Walter Rehorska am 03. November 2002 20:41:21:

: In Amerika kennt man es schon lange. Und in anderen Länder mit unterversorgten Musikschulregionen wird es heftigt propagiert. Dabei gibt es unterschiedliche Erscheinungsformen. Die Spannweite reicht vom Masseneinsatz diverser Flöten und Monochord-ähnlichen Spezialinstrumenten bis zur Blasorchesterbesetzung. Hier bilden ganze Schulklassen ein Orchester und vom ersten Ton an erhält die ganze Klasse gemeinsam Instrumentalunterricht.
: Ist das ein pädagogischer Fortschritt oder nur die Antwort auf leere Staatskassen? Haben Einzel- oder Kleingruppenunterricht ausgedient? Ist es mehr als nur eine instrumentale "Rekrutierungsmaßnahme" von Musikschulen und Instrumentenfirmen?
: Was meinen Sie dazu?

Danke für die Initiative und die Möglichkeit zum Gedankenaustausch.
Mein Kommentar kann und soll nur aus der Sicht des Musikerziehers der Pflichtschule gesehen werden: Ich glaube, dass KLASSENmusizieren, wie der Name
schon sagt, für eine KLASSE gedacht ist und daher nicht in Verbindung gebracht werden sollte mit dem Erlernen eines Instrumentes in der Kleingruppe bzw.
im Einzelunterricht in einer Musikschule oder im Privatunterricht. Ich sehe das Klassenmusizieren als EINE, aber wichtige und berechtigte Möglichkeit für einen
aktivitätsbezogenen, aktiven Musikunterricht in der Schule. Nicht rezeptiv sondern aktiv- das wird hier ermöglicht.
Die Inhalte sind breit gestreut: Von der Liedbegleitung (Gitarren und Keyboard für die harmonische Begleitung, Orff- Instrumente zur klanglichen Bereicherung,
Percussionsinstrumente zur rhythmischen Gestaltung, Melodieinstrumente für Vor-,Zwischen-und Nachspiele usw.)über kleine Arrangements zur
Werkbetrachtung (Liedbrücke / Motive) bis hin zur Begleitung der Arbeit im Bewegungsbereich(Kinder-und Jugendtänze, freie Bewegung zur Musik). Nicht
vergessen werden sollen aber auch die Möglichkeiten der Improvisation. Das Miteinbeziehen der KK, die außerhalb der Schule Instrumentalunterricht erhalten
ist Motivation für alle: Motivation für KK, die noch kein Instrument erlernen, dies anzustreben, aber auch Motivation, das Erlernte vor der Klasse zu zeigen und
neue Energien zum Weiterüben zu erhalten.
Der Platz für eine umfangreichere Befürwortung des Klassenmusizierens fehlt hier und ist hier auch nicht angebracht, aber zusammenfassend nur ein Satz:
Jeder Mensch, dem Beschäftigung der KK mit Musik ein Anliegen ist, muss ALLEN Formen des aktiven Musizierens zustimmen - und das inkludiert
Einzelunterricht, Gruppenunterricht UND Klassenmusizieren.Es lebe die Vielfalt!




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